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Tod, Trauer und Loslassen

*inspired by life 🌸 Marthas Wort.Welten*


Tod, Trauer und Loslassen – ein Zusammenwirken mehrerer Ebenen

 

In einigen Tagen jährt sich der Todestag meines Bruders zu 21. Mal. Er verunglückte damals auf dem Berg, bei seinem geliebten Sport und wurde mit 17 Jahren aus dem Leben „gerissen“.

Bereits vor seinem Tod habe ich mich oft mit den Themen Sterben, Loslassen, Trauer und vor allem mit der Frage: „Wohin geht die Seele, wenn sie den physischen Körper

verlässt?“ auseinandergesetzt.

 

 

Ich versuche hier, ein paar Antworten zu diesen philosophischen, spirituellen und zutiefst menschlichen Fragestellungen zu geben. Mögen diese Impulse hilfreich

sein für dich und mögen sie dich in deine eigenen Antworten zu diesen Themen hineinwachsen lassen (wie Rilke es so schön formulierte).

 

 

Wir Menschen unterliegen den Zyklen und Phasen des Lebens. JedeR von uns übt sich bewusst oder unbewusst täglich mit dem Loslassen: so lassen wir Zeit zurück,

gelebte Erfahrungen werden zu Erinnerungen und wir verinnerlichen bestimmte gemachte Erfahrungen und sie prägen uns. Vor dem Schlafengehen lassen wir den Tag und all die Höhen, Tiefen, das Lachen und die Tränen als auch Gespräche zurück und erwachen am nächsten Tag, an dem andere Momente, Begegnungen, Themen auf uns warten.

 

Sobald wir eine Phase der Krankheit oder Einschnitte erleben, die uns entweder körperlich oder psychisch verletzlich und schwach machen oder andererseits unser bisheriges Tun in Frage stellen, geht es um ein größeres oder anderes

Loslassen. Wir sind dann gefordert, unser Leben neu zu ordnen und oft sehen wir in diesen Situationen erst, wer wirklich für uns da ist und uns Unterstützung in praktischer Form (Essen kochen, Erledigungen) oder emotional (Gespräche, „Da

sein“/Präsenz) geben kann.

Das Leben zeigt uns im Kleinen, wo wir das Loslassen üben können und uns frei machen für Neues als auch unsere Haltung „korrigieren“ können. Diese täglichen Übungen mögen das Aussortieren von nicht gebrauchten Gegenständen in der Wohnung sein oder das Abschiednehmen von Menschen, die unsere Energie rauben.

 

 

Loslassen hat besonders im Kontext von Sterben, Tod und Wandel eine sehr zentrale Bedeutung. Hier nehmen wir Abschied von geliebten, vertrauten und besonderen Menschen in unserem Leben.

 

Fragen wie: „Was geschieht danach und wird es ihm/ihr dann auch gut gehen?“ beschäftigen uns und wir alle haben andere Vorstellungen, was nach dem Tod passieren wird.

 

Ich bin mir sicher, dass es ein Reich „danach“ gibt das fast wie eine Parallelwelt funktioniert. Die Seelen kommen dorthin nach ihrem Übergang und haben andere Aufgaben.

 

Das bewusste Verabschieden von geliebten Personen halte ich für sehr wichtig – für beide Seiten. Der Sterbende braucht die Gewissheit, dass er gehen kann und so viel wie möglich an klärenden Gesprächen (falls noch etwas offen ist) stattgefunden haben.

 

Angehörige können mit kraftvollen und liebevollen Worten und Gebeten den Sterbenden begleiten und sich für das Sein und Wirken des geliebten Menschen bedanken.

 

Dies eröffnet einen „heiligen“ Raum und der Sterbende kann freier und im Bewusstsein des Gehaltenwerdens der Angehörigen in die Anderswelt hinüber gehen.

 

Der Schmerz, die Trauer und das Gefühl der Leere mag nach dem Versterben von geliebten Menschen sehr stark sein. Das ist auch wichtig, denn es sind Teile der Trauerarbeit. Sie heißt zurecht TrauerARBEIT denn in dieser Zeit erleben

wir, dass der Mensch – zumindest physisch – nicht mehr im selben Raum ist. Wir lassen Erinnerungen Revue passieren und die Person fehlt in unserer Mitte.

 

Je mehr wir uns auf dieses Trauern einlassen, umso mehr Heilung können wir dann für unser Leben erfahren. Dies hilft den Verstorbenen, da wir sie nach unserer bewussten Trauerarbeit nicht mehr an uns binden und ihren Übergang in das

andere Reich akzeptieren.

 

Für das Trauern ist es von Bedeutung, sich den Raum zu geben und das zu tun, was einem einfach gut tut: Musik, Ruhe, Schlaf, Natur, Freunde, Familie, Rückzug für eine gewisse Zeit, Schreiben, Selbsthilfegruppen und den Emotionen freien

Lauf lassen.

 

Tod, Übergänge, Wandel, Loslassen und Trauer sind Teile unseres Lebens und je bewusster und klarer wir uns mit diesen Themen auseinandersetzen, umso tiefer können wir das Leben erfahren.

 

Es kann sehr viel Heilung in uns bewirken, wenn wir die Zeit genießen und das Zusammensein mit geliebten Menschen schätzen.

 

Die eigene Vergänglichkeit wirft für mich vor allem die Frage auf: „Wie lebe ich und worauf möchte ich zurückblicken, wenn meine Stunde gekommen ist und meine Seele den physischen Körper verlässt?

 

Das Bewusstsein bereitet uns vor, wie wir Prioritäten setzen, womit wir unsere Zeit verbringen, welche Menschen um uns sind und welche Erde wir mitgestalten möchten. 

 

 

Mögest du Loslassen im Kleinen lernen, um dich für größere Umbrüche und Wandel vorzubereiten.

Mögest du in deiner Trauer getragen sein von deinem Umfeld und der Gewissheit, dass es keine Trennung gibt … auch nicht durch den Tod

Mögest du dein Leben wundervoll gestalten, um nichts zu bereuen, wenn deine Stunde gekommen ist

 

In diesem Sinne wünsche ich euch vor allem: bewusst zu leben, lieben, lachen und den Moment zu genießen!

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Kommentare: 1
  • #1

    Barbara (Dienstag, 27 Oktober 2020 15:46)

    Ich finde deinen Text sehr stimmig zu dieser Jahreszeit, ja, das Loslassen und das miteinbeziehen der Ahnen ist gerade jetzt zu Allerheiligen/Allerseelen/Samhain... wertvoll und wichtig. D a n k e für deinen Impuls und alles, was du schreibst und tust


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