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TiefTauch Perfektion

*inspired by life 🌸 Christines Wort.Welten*


Ich bin von Typ her so bisl eine kleine Perfektionistin und mag es. Glaub ich halt das ich dieses Gefühl von Perfektion eigentlich mag. und im Laufe meines Lebens hat sichs auch zwischendurch schon mal rausgestellt, dass ich mir damit in vielen Bereichen viel zu viel Arbeit mache. Das ich mir damit sogar den einen oder anderen Spass am Leben nehme. Perfektionismus, Spassvogel und Leichtigkeit wären ein Dream-Team für mich, in Realität aber meistens schwer umzusetzen. Perfektionismus und Klugscheisserei gehen hingehen wunderbar miteinander einher.

 

Diese Kombination bringt mich oft auch an meine Ziele und habs inzwischen auch gelernt, dass meine Klugscheisserin mit Humor und Zynismus mit anderen Menschen auf Herzensebene lachen kann. Das ist schön <3

 

… und diesen Sommer wollte ich mal meiner Perfektionistin eine Auszeit können und wollte „einfach mal nur machen“. Ich hatte auch ein Ziel und wollte tauchen lernen. Apnoe Tauchen - ohne Pressluft, ohne Atemregler, einfach nur Maske auf und Luftanhalten. Und mein Ziel war es und ist es - und um es gleich vorweg zu nehmen, ich habe mein Ziel nicht erreicht… mein Ziel war es genauso tief mit Luftanhalten zu tauchen wie mit Gerätetauchen. Also 32 Meter. Nagut das wusste ich schon, das ist ein sehr hoch gestecktes Ziel. Aber so 20 Meter wäre wohl easy machbar. hab ich mir gedacht. Nein war es gar nicht. Und ich nudel diesen ganzen Sommer mehr oder weniger auf 10 Meter Tiefe umher. … und die von Euch, die das Lesen und Angst vor Wasser haben, denken sich vielleicht „ohhh wwoooww 10 Meter ist doch richtig tief“ … oder die von Euch, die tauchen können, wissen, dass die Vielfalt der Farben auf 10 Meter eigentlich super ideal ist.

 

… nein, ich habe keine Angst vor der Tiefe. Im Gegenteil. ich habe auch keine Angst vor der Höhe, oder vor dem Wasser oder vor den Fischen. Auch nicht wenn sich die Haie um mich tummeln. 

 

… ich hab meditiert und gechillt und geübt und ich hab nicht tiefer als 10 Meter tauchen können. 

Auch wenn ich es innerlich gespürt habe und dachte ich müsste doch schon viel weiter sein. hat alles nix genutzt. ich hab mit meinen Lehrern und anderen Tauchern gesprochen. gelauscht. ausprobiert. und hat alles nix gebracht. nagut so schön ein smaragdgrüner, kalter Neufelder See im Hochsommer auch ist, es ist kalt und weit entfernt von meinem persönlichen Wunsch-Tauch-Spot. … Also flieg ich nach Ägypten und dort hat das Wasser 30 Grad konstant. Ich liebe das. wirklich! … und dort müsste es doch endlich klappen. sollte oder könnte oder verflixt nochmal nein, tut es nicht.

 

Wenn man zum 5 mal vom Pferd fällt, dann hilft noch so viel Gut-Zureden nur noch bedingt. Wenn man zum 5 mal vom Pferd fällt, sollte man wohl lieber seine Technik überprüfen oder Blockflöte spielen gehen ;-) ja das wäre eine Möglichkeit gewesen. ich habe mich entschieden, die Dinge anders anzugehen und habe mich entschlossen mich mit meinen 10 Metern anzufreunden. und habe gleichzeitig eine neue Lehrerin in mein Leben gelassen. Und gemeinsam gehen wir das erste mal ins Wasser und ich mach mich bereit zum abtauchen und da sagt sie etwas zu mir was mein Leben verändert hat. hört sich grad bisl theatralisch an… aber zumindest mein *Apnoe*Taucher*Leben. Sie sagte „You are so much welcome to the ocean!“

 

und ich spür wie sehr mein Herz dabei aufgeht. und ich spür wieviel Heilung in diesen Worten ist. Nein, dass hatte davor noch keiner zu mir gesagt. und es wirkt bis heute. Danach bin ich 12 Tauchgänge lang genau auf 10 Meter getaucht, hab gestoppt und dort meine Übungen zum Druckausgleich gemacht, hab mich 10 Sekunden Kopfüber wie eine Fledermaus an die Leine gehängt und hab Fischschwärme rund um mich beobachtet, hab dort auf 10 Meter mehr als 1 Minute begonnen mein Leben zu genießen und zu wissen, dass ich geliebt bin. Genau hier an dem Platz an dem ich bin. Irgendwann waren ein paar meiner Baustellen von ganz alleine verflogen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es leichter wird. Irgendwann ist von ganz alleine die Last von „müssen“ abgefallen. Mein 13. Tauchgang war der Letzte innerhalb dieses Settings. In diesem letzten Tauchgang hab ich gemacht wie ich wollte und konnte und wie ich Lust hatte. Das waren dann 17 Meter. Und das waren nicht irgendwelche 17 Meter sondern, der Moment in dem ich Unterwasser umgedreht bin, war glücklich. Der Weg retour an die Wasseroberfläche war noch glücklicher. Und dieses Gefühl habe ich gesucht. wie schön, ich habs auch gefunden. 

In meiner Zeit in meinem Tempo. Frei von allen Checklisten und Prüfungsängsten. 

 

Ja, mein Perfektionismus und ich gehen manchmal zu viel Wege und wir machen es uns schwerer als es manchmal nötig ist. und gemeinsam haben wir das Glück gefunden. Mein Perfektionismus und ich habe die restlichen Urlaubstage dann im Pool verbracht. Stundenlang einfach nur im Becken geschwebt. und ein bisschen Tequila Sunrise getrunken. 

 

Ich habe genau dieses Glück aus dem Urlaub mit nachhause gebracht und kann es fühlen während ich die Zeilen hier schreibe. Seit dem war ich noch nicht wieder tauchen. Aber ich habe eine Eleganz, eine Freude und Glückseeligkeit in mir verankert. Mögen diese mich noch lange lange begleiten. 

 

happy blub.blubb  🐠🐠🐠🐠 

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