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Der Tag genau in der Mitte

*inspired by life 🌸 Verenas Wort.Welten* 


Wenn der Tag genauso lang ist wie die Nacht und der Herbst vor der Tür steht, beginnt eine ganz besondere Zeit: Mabon ist da, das keltische Jahreskreisfest der Tag- und Nachgleiche im Herbst. 

 

Auf der Schwelle zwischen Licht und Dunkelheit sind wir eingeladen zurückzublicken und gleichzeitig nach vorne zu schauen.  

 

Ich tauche ein in diese Zeitqualität und lasse mich von ihr tragen. Aus dem Hier und  Jetzt drehe ich mich um und blicke in Dankbarkeit zurück auf das, was mir das Leben in diesem Jahr geschenkt hat. Auf das, was ich gesät, gepflegt und gehegt habe und was ich jetzt ernten darf. 

 

Wie eine Königin, die ihr Land betrachtet und sieht, was sie erschaffen hat. 

 

Ich schreibe es auf: 108 Dinge, Menschen, Begebenheiten, Erkenntnisse, die Luft, das Meer, die Sonne, ein Lächeln …

 

WOW! Mein Herz quillt über vor Glück, was für eine Fülle. Und was ist mit den schwierigen Momenten? Mit den Samen, die nicht aufgegangen sind oder denen, die ich vergessen habe zu säen? Mit der erlebten Trauer und Einsamkeit, der Verzweiflung, den Sackgassen, Wut und Angst? Ich nehme sie an, lade sie ein bei mir zu sein. Auch sie sind ein Teil von mir, meine Schattenseiten. Kloß im Hals. Ich atme. Tief hinein in diese Gefühle, die so lange schon darauf warten, gesehen zu werden. Nun laden sie mich ein. Tränen rollen. Weiter atmen. Ich erkenne, dass sie meine Freunde sind, meine Seelengefährten. Sie zeigen mir, wer ich wirklich bin, was meine Seele sich wünscht, wo ich mich verlaufen habe. 

 

Und bei all dem Schmerz liegt darunter ganz viel Liebe. die Liebe des Lebens, des All-Einen. Und so erkenne ich in den scheinbar dunklen Schichten in mir die dankbarsten Geschenke, die mich wachsen lassen und mir den Weg leuchten. Ruhe kehrt ein. Ich halte inne, inne in der Stille. Einer Stille des tiefen Friedens. Einer Stille, die genau in der Mitte liegt zwischen Licht und Schatten, Freude und Leid, Geben und Nehmen. Eine Stille in der Mitte der Polaritäten des Lebens und in meiner eigenen Mitte. Hier ist alles gut so wie es ist. Von hier aus richte ich meinen Blick nach vorn. Auf das was ich zu Ende bringen möchte in diesem Jahr. Es ist ein Übergang. Wie ein Baum, der jetzt sein Blätterkleid wandelt und sich darauf vorbereitet, es langsam loszulassen. Um einen Zyklus zu vollenden und später einen neuen zu beginnen. Mutig, klar und voller Vertrauen trete ich über die Schwelle. 

 

Danke Vater Himmel.

Danke Mutter Erde.

Danke Mabon.  

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