ALTORIENTALISCHE MUSIKTHERAPIE

History

Bereits seit der griechischen Antike ist die heilende Wirkung der Musik und die gezielte Anwendung verschiedener Tonarten bestens bekannt. So wurde Musik als Teil des ganzheitlichen Behandlungskonzepts auch in den antiken Heilstätten des Gottes Asklepios eingesetzt.
Aus der vorislamischen Zeit Zentralasiens sind die gesundheitsfördernde Wirkung von Heilzeremonien und Tänzen bekannt, die in unterschiedlichen Regionen noch immer ausgeübt werden. In diesen Heilzeremonien der Schamanen wurden die Klänge der Kilkopuz (Archaisches Streichinstrument) ebenso wirkungsvoll eingesetzt wie der Gesang und die Rhythmen der Trommel. Diese Heiltänze finden auch heute in vereinfachter Form Anwendung in den Therapiesitzungen.

© photocase

Vor etwa 1.000 Jahren entwickelte sich im ehemaligen Gebiet von Chorazan, etwa der Region des heutigen Usbekistan, Turkmenistan bis Kasachstan entsprechend, eine bedeutende Hochkultur. Durch rege Handels- und Kulturbeziehungen im gesamten Asiatischen Raum wurde das vorhandene traditionelle medizinische und therapeutische Heilwissen in Chorasan vereint und praktiziert. Das ganzheitliche Behandlungskonzept, das mittels harmonischer Lebensweise Krankheiten vorbeugt, ist in den zentralasiatischen Kulturraum übergekommen und breitete sich in der Zeit des Mittelalters auch nach Europa aus.
Verschiedene Heilkundige, die der alten Tradition folgten, beschrieben ausführlich die Wirkung der Musik, die etwa 400 Tonarten umfasst, auf die unterschiedlichen Patienten und die entsprechende Veränderung der Befindlichkeit durch den musikalischen Einsatz. Erste Berichte über den erfolgreichen Einsatz von Musik als therapeutisches Mittel sind aus Spitälern in Bagdad, Kairo und Damaskus seit dem frühen 12. und 13. Jahrhundert schriftlich belegt. Darin wird auch die Bedeutung von Musik als positiver Impuls auf die seelische und geistige Verfassung der Patienten Ausdruck verliehen.
Das Konzept des Riyazed, ein ganzheitlicher Ansatz, das alle Sinne des Menschen einschließende Therapiekonzept, erhält einen wichtigen Platz innerhalb des hoch entwickelten Heilsystems. Es geht von positiven Impulsen auf alle Sinnesorgane des Menschen aus, die in ihrer Summe zur Heilwerdung verhelfen.
In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann der Psychologe und Musiker Dr. Rahmi Oruç Güvenç an der Universität in Istanbul das in Archiven aufbewahrte Wissen zu studieren. Da er selbst ein hervorragender Musiker ist, begann er, die Musiktherapie auch selbst auf originalgetreuen Instrumenten zu praktizieren. Dabei zeigte sich, dass die Wirkung der Musik auch heute therapeutisch einsetzbar und transkulturell anwendbar ist. Heute wird die Altorientalische Musiktherapie in verschiedenen Ausbildungsmodellen von Dr. Güvenç und seinem AssistentInnenteam in ganz Europa gelehrt und praktiziert.

 

Was Sie erwartet:

Die Altorientalische Musiktherapie greift auf dieses uralte Wissen der über tausend Jahre alten Tradition in Zentralasien zurück. Im Zentrum des Therapiekonzepts steht die Öffnung der menschlichen Sinne hin zu besserer Eigenwahrnehmung. Durch heilsame und Kraft spendende Bewegungen der traditionellen Tänze wird der gesamte Mensch auf der körperlichen, seelischen, sozialen und geistigen Ebene umfasst. So werden Patienten, die sich in eine bequeme Ruheposition befinden, für etwa zwanzig Minuten rezeptiv durch Musik begleitet. Viele PatientInnen berichten von einer neuen Form des Raum- und Zeiterlebens. Andere Patienten erfahren das Getragen werden und Eingehüllt sein durch die Klänge der Instrumente. In vielen Fällen wird berichtet, dass zu manchen Fragestellungen neue Sichtweisen hinzukommen oder sich eine Problemstellung durch einen neuen Ansatz zu klären beginnen.
Ziel der Behandlung ist die Erlangung von Ausgewogenheit und Stärkung des Patienten durch den Einsatz von aktiver und rezeptiver Musiktherapie auf Originalinstrumenten. Denken und Fühlen werden durch die Klänge und Tanz wieder in Balance zueinander gebracht. Innere Harmonie beginnt sich langsam wieder einzustellen. Die oft endlosen Gedankenspiralen der alltäglichen Sorgen werden gestoppt und machen neuen, positiven Perspektiven Platz. Patienten und Klienten lernen, ihrer inneren Stimme, unserer Intuition, wieder mehr Gewicht gegenüber dem Verstand einzuräumen. Herzrhythmus und Energiefeld verbinden sich zu einem einzigen Klang und beleben spürbar den gesamten Körper. Die Aufmerksamkeit wird mehr auf die feinen Signale unseres Körpers und unseres Herzens gerichtet. Dadurch wird das Vertrauen in unsere innere Führung gestärkt.

Musiktherapeutische Sitzungen finden sowohl in Gruppen als auch in Einzelarbeit statt.


 Besonders geeignet

Für Menschen, die auf der Suche nach mehr Lebensfreude und Lebendigkeit sind oder neue Wege im Umgang mit (auch chronischen) Krankheiten suchen. Speziell wenn Sie

  • Akute und chronische Schmerzsyndrome (z.B. Migräne, Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle)
  • Akute Krisenintervention, Trauerarbeit und Angstbewältigung (z.B. Personen nach traumatisierenden Erlebnissen, nach dem Tod eines Angehörigen, Panikattacken)
  • Burn-Out Syndrom, psychosomatische Störungen und Stressbewältigung (z.B. Erschöpfungszustände, Krankheiten ohne organische Ursache oder bei zu hoher Anspannung, Einschlaf- oder Durchschlafstörungen)
  • Aktivierung der körpereigenen Heilungskräfte im Sinne einer begleitenden Therapie zu Operationen, Chemotherapie und Bestrahlung
  • Herz-Kreislauf Erkrankungen
  • neurologische Störungen, z.B. Schädel-Hirn Trauma, Wachkomapatienten
  • Psychiatrische und geriatrische Erkrankungen
  • Sonder- und Heilpädagogik

 

Susanne Tuschl fragen!


Autorin & Frauen-Kraft-Expertin:
Susanne S. Tuschl
Praxis für Altorientalische Musik- und Kunsttherapie
susanne.tuschl@eunet.at
 

Quelle: Susanne S. Tuschl| Fotos: © Tuschl, Photocase.

 
 
 
 
 
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