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„Verwuchselte Bechstaben“ oder „Was ist Legasthenie?“
Von einer Legasthenie spricht man, wenn sich bei Kindern beim Erlernen des Schreibens und Lesens Probleme ergeben,
welche durch differente Sinneswahrnehmungen hervorgerufen werden.
Daraus folgt eine zeitweise Unaufmerksamkeit beim Schreiben, Lesen – man spricht dann von einer Legasthenie – und Rechnen -
man spricht dann von Dyskalkulie - die wiederum zu Wahrnehmungsfehlern führt.
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Woher kommt sie?
Legasthenie und Dyskalkulie sind im Menschen vorhandene genbedingte, durch Vererbung weitergegebene Veranlagungen. Durch gengesteuerte Entwicklungsprozesse im Gehirn werden die Sinneswahrnehmungen beeinflusst. Dies haben wissenschaftliche Forschungen bewiesen.
Was Sie erwartet:
Wie kann man Legasthenie erkennen?
Schon im Vorschulalter kann man eine Legasthenie/Dyskalkulie vermuten, wenn sich einige der folgenden beschriebenen Symptome zeigen:
- Das Kind spricht schneller als es denkt
- Durcheinanderbringen von richtungsweisenden Wörtern hinauf/hinunter, innen/außen,…
- Probleme beim Erlernen von Kinderliedern
- Probleme beim Reimen
- Krabbelte nicht oder nur wenig ausgiebig
- Probleme bei Abläufen (Reihungen)- farbige Perlen aneinander reihent
All diese erwähnten Symptome, die unmittelbar mit Sinnesleistungen zusammenhängen, können, müssen aber nicht, Anzeichen für eine vorhandene Legasthenie sein.
Eine eindeutige Feststellung, ob ein Kind legasthen ist, kann erst im Schulalter, wenn das Kind mit Buchstaben/Zahlen arbeitet, durchgeführt werden.
Jedoch kann man schon im Vorschulalter die Sinneswahrnehmung fördern.
Symptome bei Schulkindern::
- Große Schwierigkeiten beim Lernen von lesen und schreiben
- Ständiges und fortlaufendes Vertauschen von Zahlen und Buchstaben ( 15 für 51, b für d)
- Problem beim Unterscheiden von links und rechts
- Schwierigkeiten beim Behalten des ABC’s, im Erinnern von Reihenfolgen
- Unaufmerksamkeit
- Buchstaben werden ausgelassen oder hinzugefügt
- Für Schreibarbeiten wird eine überdurchschnittlich lange Zeit benötigt
- Probleme beim genauen Abschreiben
Was tun, wenn Verdacht besteht?
Ein Training sollte nicht ohne vorher erfolgtes Austestung begonnen werden.
In der Praxis verwende ich das pädagogische AFS-Testverfahren, welches eine
spielerische Austestung am Computer ist. Anschließend bespreche ich das Ergebnis sofort mit den Eltern und dem Kind.
Da das Problem der Legasthenie individuell und unterschiedlich ist, muss auch die Förderung und Hilfe vielschichtig sein und
so entsteht ein individueller Förderplan.
Das Training
Wichtig ist, dass die Förderung nicht einseitig durch Üben am Symptom, d.h. durch alleiniges verstärktes Schreib- und Lesen üben passiert,
sondern dass Interventionen zur Schärfung der Sinneswahrnehmungen und Stärkung der Aufmerksamkeit unternommen werden. Das Kind bekommt
auch eine CR-Rom mit Spielen und in jeder Stunde eine neue Aufmerksamkeitsübung, die es jeden Tag durchführen soll. Das- und viel
Verständnis- ist die Grundlage des Erfolgs.
Besonders geeignet:
Legasthenie ist eine Gabe
Berühmte Legastheniker sind etwa Albert Einstein, Leonardo da Vinci, Winston Churchill, Walt Disney und Whoopi Goldberg.
Als Legastheniker ist man nicht automatisch auch ein Genie.
Aber es stärkt das Selbstwertgefühl aller Legastheniker, wenn sie wissen, dass ihr Geist in derselben Weise funktioniert wie der Geist berühmter Genies.
Dieselbe geistige Funktion, die Genialität erzeugt, erzeugt auch die Legasthenie. Sie ist ein Talent im wahrsten Sinne des Wortes: eine Gabe und Begabung,
eine natürliche Fähigkeit und kein Grund den Kopf einzuziehen!!

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