Sicherlich war der Begriff „hyperaktiv“ zu jener Zeit noch unbekannt und bis ungefähr Mitte des 20.Jahrhunderts dürften hyperaktive Kinder in den Schulen eher die Ausnahme gewesen sein.
Hyperkinetische, hyperaktive bzw. ADHS-Kinder sind oft achtlos und impulsiv und neigen zu Unfällen. Häufig werden sie bestraft, weil sie eher aus Unachtsamkeit als vorsätzlich Regeln verletzen. Diese Kinder zeigen einen Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die angestrengtes Nachdenken erfordern und haben die Tendenz, von einer Tätigkeit zur anderen zu wechseln, ohne jedoch eine begonnene Beschäftigung auch zu Ende zu bringen. Diese Besonderheiten zeigen sich bereits sehr früh, meistens vor Vollendung des fünften Lebensjahres.
In Kindergarten und Schule häufen sich die Beschwerden der Pädagogen über die Distanzlosigkeit des Kindes und über seine Unfähigkeit, sich an Regeln zu halten. Für Hyperaktive Kinder ist es oft schwer, Freundschaften zu Gleichaltrigen zu finden und sie sind daher mitunter isoliert, werden zum „Klassenkasperl“ oder zum Sündenbock einer Klasse.
ADHS-Kinder wirken oft, als wären sie in ihrer Unruhe und Hyperaktivität gefangen.
Was Sie erwartet:
Hyperaktive Kinder nehmen sich und ihre Umwelt durch andere Wahrnehmungs-Filter auf als Kinder ohne ADHS. Diese andere Wahrnehmung bedingt zu einem großen Teil die Unruhe und Impulsivität. Die Kinder brauchen Unterstützung in der Eigenwahrnehmung und in der Wahrnehmung ihrer Umwelt und das geschieht am besten durch Bewegungs- und Sinnesschulung. Denn durch gezielte Bewegungsschulung und Erfahrung mit dem eigenen Körper entwickelt sich das genaue Zusammenspiel zwischen dem Kind und der Umwelt.
Hyperaktiven Kindern muss beim Erlernen sozialer Regeln geholfen werden. Diese Kinder brauchen eine Umgebung, in der ihre gesamte Persönlichkeit anerkannt wird. ADHS-Kinder „verstecken“ ihre Sensibilität und den weichen Kern ihres Wesens häufig hinter ihrer für Eltern und Lehrer schwer zu verstehenden Fassade.
Um ein Kind mit ADHS durch die Schule zu begleiten bedarf es von allen Beteiligten viel Geduld und Ausdauer und schon beinahe chronischen Optimismus